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Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW)



Inhalt:

Interview – BWL-Know-how für Führungskräfte

Andreas Lübker ist seit 15 Jahren Trainer in der von der AWW angebotenen "Zusatzqualifizierung Betriebswirtschaft“. Zudem ist er auch als Unternehmensberater tätig. Die Internetredaktion hat mit ihm über seine Erfahrungen und die veränderten Anforderungen für Geistes- und Sozialwissenschaftler in Führungspositionen gesprochen.
Die "Zusatzqualifizierung Betriebswirtschaft“ startet wieder am 30. Oktober 2009, Bewerbungsschluss ist der 2. Oktober.


Redaktion: Herr Lübker, was hat sich in den letzten anderthalb Jahrzehnten in Ihrem Seminar am meisten verändert?

Andreas Lübker: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hinterfragen heute wesentlich kritischer als früher, insbesondere in Bezug auf unternehmerische Entscheidungen der eigenen Arbeitgeber oder bekannte Praxisfälle. Als Trainer kann man dann natürlich Theorie und Praxis inhaltlich verzahnen, das fördert die Motivation und die Spannung im Seminar.

Redaktion: Welches BWL-Know-how sollte man heute unbedingt haben, wenn man als Geisteswissenschaftler/in Führungsaufgaben hat?

Andreas Lübker: Ich sehe da mehrere Schwerpunkte: Die Geisteswissenschaftler, die den Weg der Selbstständigkeit wählen (Beispielfall: Ein Historiker gründet ein Unternehmen, um z.&thinspB. Chroniken für Vereine, Verbände und Wirtschaftsunternehmen zu erstellen), benötigen einen Überblick über rechtliche Gestaltungsmöglichkeiten und Gründungsmodalitäten. Diese Kenntnisse sind natürlich auch für diejenigen bedeutsam, die als Führungskräfte in einem Anstellungsverhältnis (z.&thinspB. Abteilungsleiter) stehen: Damit können sie die daraus resultierenden situationsspezifischen Chancen und Risiken für den Arbeitgeber einschätzen.
Außerdem gehört zur Analyse eines Unternehmens natürlich auch die Fähigkeit, eine Bilanz und eine Gewinn- und Verlust-Rechnung lesen und in den Grundzügen analysieren zu können. Führungskräfte sind meist von Kosten „umzingelt“. Der Geisteswissenschaftler wird in der Regel nicht in der Kostenrechnung eines Betriebes tätig sein. Er sollte aber wissen, warum seine Abteilung mit welchen Kosten belastet wird, und er sollte die Kostenrechnungssystematik und die Prinzipien, nach denen die Kostenrechnung im Betrieb aufgebaut ist, verstehen.

Jeder, der Verantwortung in einer Organisation trägt und diese „betriebswirtschaftlich“ durchdringen und weiterentwickeln möchte, sollte die Zusammenhänge zwischen Produktivität, Wirtschaftlichkeit, Rentabilität und Liquidität und die damit verbundenen Ziele und Zielkonflikte kennen. Die Vermittlung dieser doch recht komplexen Zusammenhänge lassen sich aus meiner Sicht am besten in einer betrieblichen Gesamtschau darstellen bzw. simulieren. Daher verwende ich hier Fallstudien zur Betriebsstättenplanung und ein Unternehmensplanspiel.

Jedes Unternehmen, ob nun profit- oder non-profitorientiert, muss sich, seine Produkte und/oder Dienstleistungen nach außen darstellen, egal ob neue Mitglieder, neue Sponsoren, Spender oder einfach nur Kunden gewonnen oder gehalten werden sollen. Daher sind Grundkenntnisse des Marketings für Führungskräfte ebenfalls unerlässlich. Leitende Angestellte werden oftmals an Investitionsentscheidungen des Unternehmens beteiligt oder müssen für ihre Abteilungen entsprechende Überlegungen anstellen. Daher sollten die dort angewandten Methoden und Techniken bekannt sein, ansonsten kann man z.B. in einem Projektteam „betriebswirtschaftlich“ ab einem bestimmten Punkt nicht mehr folgen.

Buchtipp zum Weiterlesen:
Helmut Schmalen: Grundlagen und Probleme der Betriebswirtschaft (600 S).
Schäfer. Poeschel Verlag, Stuttgart
ISBN 978-3791028378, 29,95 Euro

dazu das aktuelle Übungsbuch (447 S.)
ISBN 978-3791025988, 19,95 Euro

Weitere Informationen zur „Zusatzqualifizierung Betriebswirtschaft“:

Dr. Michaela Tzankoff
Tel.: 040/42883-2650
E-Mail m.tzankoff@aww.uni-hamburg.de
www.aww.uni-hamburg.de
 

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