Dr. Hilke Posor beschäftigt sich seit Beginn des Projektes ONLINE LERNEN IM MANAGEMENT der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW) vor nunmehr 10 Jahren als Autorin und Moderatorin mit dem Thema E-Learning und hier insbesondere mit dem Bereich virtueller Projektarbeit. Ihre Dissertation, die aus den Erkenntnissen und Ergebnissen des Projektes heraus entstanden ist, ist 2011 unter dem Titel 'Moderation virtueller Projektarbeit - Entwicklung eines Moderationsansatzes auf Basis der Aktionsforschung' erschienen.
Im Programm ONLINE LERNEN IM MANAGEMENT betreut Hilke Posor das Modul Projekt-, Prozess- und Qualitätsmanagement, das nach einer grundlegenden Überarbeitung im Herbst 2012 erneut starten wird. Seit 2010 ist Hilke Posor als Veränderungsmanagerin bei Edeka Lunar tätig. Zuvor war sie mehrere Jahre als Projektmanagerin und im Qualitätswesen für ein Unternehmen der Detalbranche tätig. Sie ist außerdem Mitbegründerin des Vereins Heldenrat - Beratung für soziale Bewegungen e.V.
Wir haben Hilke Posor nach ihren Einschätzungen zu virtueller Projektarbeit gefragt:
„Mal ketzerisch gefragt….“
Interview mit Moderatorin Jasmin Hamadeh
Frage AWW: „Mal ganz ketzerisch gefragt: E-Learning ist doch selbstgesteuert. Da braucht es keine Trainer oder Moderatoren mehr. Wie sehen Sie das? Worin besteht Ihre Rolle?“ antwortet Jasmin Hamadeh (Moderatorin in den Kursen Train the E-Trainer, Klinische Pharmazie, Betriebliches Gesundheitsmanagement):
Was im Leben ist schon selbstgesteuert? ;-)
Mal im Ernst: Klar, gibt es auch: E-Learning in Form von digital aufbereiteten Inhalten, Übungsfragen, Tests und Lösungen. Und die Teilnehmenden steuern - im Rahmen ihrer Möglichkeiten - selbst, was sie wann und wie intensiv tun. Das kann je nach Zielsetzung und Umfang des Kurses und Selbstdisziplin und Lernfähigkeit der Teilnehmenden auch durchaus zielführend sein.
Bei den AWW-Modulen geht es aber um komplexe Zusammenhänge, um Reflektieren, um Fähigkeiten und Kompetenzen. Die Teilnehmenden wollen und sollen nach Abschluss eines Moduls in der Lage sein, mit Fragestellungen ihres beruflichen Alltags kompetent umzugehen und auch das Selbstbewusstsein haben, dass sie das können. Das ist ein hoher Anspruch.
Fachlich / inhaltlich gelingt das nur durch Austausch miteinander, kritisches Abgleichen: Ist das auch in meinem Alltag so umsetzbar? Wie schätzen Kollegen/innen das ein? Welche Erfahrungen / Bedenken etc. haben andere, die in vergleichbaren oder übertragbaren Situationen stecken? Das will durchaus gelenkt sein: durch Aufgabenstellungen, die diesen Austausch einfordern, hinterfragenden und vernetzenden Fragen von Moderatoren. Im Modul "Train the E-Trainer" sehe ich das als meine Hauptmoderationsaufgabe.
„Lernen wird sozialer, kooperativer, aktiver und vielseitiger.“
So beschreibt Hildegunt Bexfield (Moderatorin in den Modulen Arbeits- und Organisationspsychologie, Personal- und Organisationsentwicklung, Projekt-, Prozess- und Qualitätsmanagement) ihre Arbeit als Moderatorin: „Aus meinen bisherigen Erfahrungen habe ich diese Form des Lernens und der Kommunikation zwischen Dozenten und Teilnehmern sowie Teilnehmern untereinander als neuartiges Studieren und Lernen erlebt. Lernen wird aus meiner Sicht sozialer, kooperativer, aktiver und vielseitiger. Des Weiteren ergeben sich Impulse und Erleichterungen einerseits theoretisch fundierter und andererseits praxisnäher zu lernen.“
Frage AWW: Gehört E-Learning-Kompetenz, die
Fähigkeit, in virtuellen Teams zusammenarbeiten zu können, inzwischen zu den
unverzichtbaren Qualifikationen?
Frauke Rademacher-Heidemann (Moderatorin in den Modulen Arbeits- und Organisationspsychologie, Personal- und Organisationsentwicklung, Managing Projects) : Unbedingt. Nur wer selber mit den entsprechenden
Medien umgeht, kann ein Team virtuell führen und die Scheu vor der manchmal
unpersönlichen Form der Zusammenarbeit nehmen und motivierend eingreifen.