Trotz Taubheit am öffentlichen Leben teilhaben
Gute Berufschancen für "Taube Gebärdensprachdolmetscher/innen"
Das deutschlandweit einzigartige Studienangebot „Taube Gebärdensprachdolmetscher/innen“ der Universität Hamburg hat am 16.04.2011 die ersten 16 erfolgreichen Absolventen/innen entlassen. Die frischgebackenen Gebärdensprachdolmetscher/innen dolmetschen zwischen zwei Gebärdensprache sowie zwischen deutscher Schriftsprache und Gebärdensprache. Sie erwartet ein vielfältiges Arbeitsfeld mit sehr guten Berufschancen: Mit dem Zertifikat können sie sich für die staatliche Prüfung zum Gebärdensprachdolmetscher anmelden und sind damit den hörenden Gebärdensprachdolmetschern bei der Arbeit an Behörden, Gerichten und vielen anderen öffentlichen Einrichtungen gleichgestellt. So können sie nun taube Migrantinnen und Migranten professionell unterstützen, die hierzulande bei Behördengängen bisher vor einer quasi unüberwindlichen Sprachbarriere standen. Britta Harms, Absolventin des Pilotlaufs, hat früher Integrationskurse für taube Migranten geleitet und ist überzeugt: „Die Kommunikationsmöglichkeiten werden durch die Zusammenarbeit von hörenden und tauben Gebärdensprachdolmetschern extrem verbessert werden.“ Denn die tauben Gebärdensprachdolmetscher, die ja als Muttersprachler ausschließlich über die Gebärdensprache kommunizieren, beherrschen diese weitaus besser und kommunizieren differenzierter und schneller als Nicht-Muttersprachler (d.h. hörende Menschen).
Für Dr. Christian Rathmann, Professor am Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser (IDGS) an der Universität Hamburg, der das Weiterbildungsstudium entwickelt hat, stand nicht nur die Verbesserung der Arbeit von Behörden und Gerichten im Vordergrund. Er sagt: „Für die betroffenen Menschen ist durch die Möglichkeit zur Teilhabe an der Gemeinschaft auch ein wichtiger Schritt zur Gleichstellung im öffentlichen Leben getan.“ Daher wird das Weiterbildungsangebot auch vom Integrationsamt und von der Arbeitsagentur unterstützt. Weitere Berufsfelder sind internationale Konferenzen, bei denen zunehmend zwischen Gebärdensprachen gedolmetscht wird, sowie Firmen, die auf die Übersetzungen von der deutschen Schriftsprache in die Deutsche Gebärdensprache spezialisiert sind.
Die Lehrinhalte des Studiums sind äußerst vielfältig und reichen von Gedächtnistraining und Linguistik für Gebärdensprachdolmetscher über International Signs bis zu Simultandolmetschen, Vom-Blatt-Übersetzen und Dolmetschen vom Teleprompter. Für den 2. Durchgang des zweisemestrigen Studiums gibt es bereits viele Anfragen, auch aus dem europäischen Ausland.
Die feierliche Abschlussveranstaltung unter Mitwirkung von Vizepräsident Prof. Dr. Fischer und Vertretern sowohl von Hamburger Behörden als auch der Berufsverbände fand unter großem Medieninteresse statt.
Mehr Info zum Studium finden Sie
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Prof. Dr. Christian Rathmann
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Vizepräsident Prof. Dr. Holger Fischer
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Blick ins Publikum
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Performance des Absolventen Rafael-Evitan Grombelka |
Viel Applaus für die Performance
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Absolventen, Dozenten und Organisatoren
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