Interview mit Hermann Dust, Kontaktstudierender an der Universität Hamburg.
Hermann Dust ist 67 Jahre alt, verwitwet und war Verwaltungsangestellter
bei einer Krankenkasse. Seine 4 Töchter haben alle ein abgeschlossenes
Hochschulstudium.
Redaktion: Herr Dust, was war Ihre Motivation, sich zum Kontaktstudium
an der Universität Hamburg einzuschreiben? Hermann Dust: Ich
habe keine Hochschulausbildung, aber schon während meines Berufslebens
den Wunsch zum Besuch der Universität gehabt. Dies ermöglicht das
Kontaktstudium ja in idealer Weise.
Redaktion: Seit wann
studieren Sie und mit welchen Themen beschäftigen Sie sich? Hermann
Dust: Geschichte und Kunstgeschichte. 2005 habe ich mein Studium
mit den Seminaren „Kunstgeschichtliche Grundbegriffe“ begonnen.
Redaktion:
Außerdem nehmen Sie auch noch am Kontaktstudium Geschichte teil? Hermann
Dust: Ja, derzeit befinde ich mich im 3. Semester des
Geschichtsstudiums. Vorher hatte ich mit Erfolg das 4-semestrige
Kunstgeschichtsstudium absolviert. Ich finde es gut, dass in diesen
Studiengängen eine Mitarbeit in Form von Vorträgen und Protokollen
erwünscht ist. Ich engagiere mich einfach gerne und lebe nach dem Motto
„Das Leben muss unbequem sein“.
Redaktion: Wie viel Zeit investieren Sie in Ihr Studium? Hermann Dust: Ich studiere sehr ernsthaft und beteilige mich aktiv, und komme so auf wöchentlich ca. 8 bis 10 Stunden. Zum Studienthema „Preußen“ habe ich z. B. für die Kommilitonen eine Exkursion nach Rheinsberg angeregt und vorbereitet. Die Führungen durch Schloss und Stadt waren dann sehr wertvolle und anregende Ergänzungen zu den Vorlesungen. Überhaupt sind meine beiden Studienthemen häufig Anstoß zu Reisen, z. B. nach Pompeji (alte Geschichte), Rom und Florenz (Renaissance), New York (moderne Kunst: Guggenheim Museum, Museum of modern Art). Die Reisen führen oft zu sehr intensiven Erlebnissen und vergrößern damit dann wiederum meine Freude am Studium.
Redaktion: Das hört sich nach einem sehr aktiven Leben an! Hermann Dust: Ja, denn parallel zum Studium arbeite ich noch ehrenamtlich in der Sütterlinstube Hamburg e.V. Dort werden alte Schriften, Briefe aus den Weltkriegen oder Tagebücher aus dem 18. und 19. Jahrhundert, in lesbare lateinische Schrift übertragen. Ich profitiere bei dieser Arbeit sehr von meinem Studium und umgekehrt.
Redaktion: Welche Vorlesung oder Studienangebote würden Sie sich in Zukunft wünschen? Hermann Dust: Ein mehrsemestriges Studienangebot „Alte Geschichte“ oder „Kunstgeschichte (Mittelalter bis Renaissance)“ würde mich sehr interessieren. Dafür würde ich meinen derzeitigen Zeitaufwand gern erhöhen.
Die Redaktion dankt Herrn Dust sehr herzlich für das Gespräch!
Für weitere Informationen: Karin Pauls, Stefanie Woll Universität Hamburg Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung Tel.: 0 40/428 83-2477/-2642 Fax: 0 40/428 83-2651 E-Mail: kse@aww.uni-hamburg.de