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Weiterbildendes Studium "Taube Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetscher" am Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser der Universität Hamburg
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| Beschreibung
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Das Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser (IDGS) bietet in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW) der Universität Hamburg ein neues und bundesweit einmaliges weiterbildendes Studium zur Qualifizierung tauber Gebärdensprachdolmetscherinnen bzw. -dolmetscher an.
Das weiterbildende Studium ist berufsbegleitend organisiert und modular aufgebaut. Die sechs Grundlagen-Module in Seminarform sind vorwiegend praxisorientiert. Dabei finden drei mögliche Kombinationen der Arbeitssprachen Anwendung: (a) Deutsche Gebärdensprache/Gebärdensprache eines anderen Landes, (b) Deutsche Gebärdensprache/ International Signs und (c) Deutsche Gebärdensprache/Schriftdeutsch. Nach der erfolgreichen Absolvierung der sechs Module sind die Absolventinnen und Absolventen berechtigt, sich für die staatliche Prüfung zur Gebärdensprachdolmetscher/in bzw. zum Gebärdensprachdolmetscher in Darmstadt anzumelden. |
| Adressaten
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Taube Menschen, die sich zur Gebärdensprachdolmetscherin bzw. zum Gebärdensprachdolmetscher mit staatlich anerkanntem Abschluss qualifizieren wollen.
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| Inhalte der Module | Gedächtnistraining
Dolmetschende benötigen in ihrer täglichen Berufspraxis ein ausgezeichnetes Gedächtnis: Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis. Durch einen kontinuierlichen Wissenszuwachs in möglichst vielen Themenbereichen und der Fähigkeit, gespeichertes Vorwissen im richtigen Moment abzurufen, kann so manche Hürde im Dolmetschprozess überwunden werden. Dabei spielen folgende Faktoren eine Rolle: Wahrnehmung, Konzentration, Merkfähigkeit, Wortfindung, Formulierung, assoziatives Denken, logisches Denken, Strukturieren, Urteilsfähigkeit, Kreativität und Denkflexibilität. Translationswissenschaft Das Modul bietet einen Überblick über die unterschiedlichen Fragestellungen, mit denen sich Translationswissenschaftlerinnen bzw. -wissenschaftler beschäftigen. Im Laufe des Moduls werden wir mit verschiedenen Translationsmodellen arbeiten, die die mentalen Voraussetzungen und den Dolmetschprozess in einem menschlichen Dolmetscher verdeutlichen. Ein fundiertes Wissen über diesen Prozess erleichtert in der späteren praktischen Arbeit die Fehleranalyse und ist die Grundlage einer realistischen Einschätzung der eigenen Dolmetschleistung. Ethik Anhand der gültigen Berufs- und Ehrenordnung des Bundesverbandes der Gebärdensprachdolmetscherinnen bzw. -dolmetscher werden wir die Rechte und Pflichten Dolmetschender a) in dieser Ordnung zunächst einmal identifizieren und b) auf Anwendbarkeit und Auslegung in unterschiedlichsten Dolmetschsituationen überprüfen. Im zweiten Teil beschäftigen wir uns anhand einiger Fallbeispiele mit der (ethischen) Frage, wie taube Dolmetscherinnen bzw. Dolmetscher ihre professionelle Identität in der Taubengemeinschaft präsentieren können. Linguistik für Gebärdensprachdolmetscher/innen Das Modul befasst sich mit den Grundlagen der allgemeinen und angewandten Gebärdensprachinguistik für angehende Gebärdensprachdolmetscherinnen und Gebärdensprachdolmetscher. Dabei spielen folgende Aspekte eine Rolle: soziolinguistische Varietäten (Region, Alter und Gender), home signs (Hausgebärden), linguistischer Status von International Sign und Verwendung der ikonischen Eigenschaften und des Gebärdensprachraums. Vom-Blatt Übersetzen Dolmetschende, unabhängig in und aus welcher Arbeitssprache sie arbeiten, bedienen sich unterschiedlicher Techniken. Eine dieser Techniken ist die des Vom-Blatt-Übersetzens. Hierbei geht der bzw. die Dolmetschende von einem schriftlich vorliegenden Ausgangstext aus. Dieser Text wird hinsichtlich seines Sinns analysiert und in einer von der Ausgangssprache unterschiedlichen Zielsprache neu formuliert. In unserem Seminar sind Schriftsprachtexte unser Ausgang und Neuformulierung in Deutscher Gebärdensprache, International Signs oder Gebärdensprache eines anderen Landes Gegenstand und Ziel der Bearbeitung. Simultandolmetschen Beim Simultandolmetschen handelt es sich um eine Dolmetschtechnik, bei der zwischen der Aufnahme der Ausgangssprache und der Reformulierung in der Zielsprache möglichst wenig Zeit vergehen soll. Es werden den Teilnehmenden gebärdensprachliche Übungsmaterialien aus unterschiedlichen Übersetzungssituationen zur Verfügung gestellt. Verdolmetschung, Analyse und Reflexion der Produkte stehen im Mittelpunkt des Moduls International Sign Dieses Modul bietet eine Vertiefung verschiedener Gebärdensprachstrategien in International Sign an. Zu den Strategien gehören unter anderem: a) Auswahl bestimmter Gebärden, b) optimale Nutzung von ikonischen Eigenschaften, c) Gebärdensprachraumnutzung und d) "constructed actions" und "constructed dialogues". Die Verwendung von International Sign hängt von verschiedenen Situationen ab. Diesbezüglich stehen zwei Aspekte im Mittelpunkt: a) Verwendung der International Sign auf internationalen Konferenzen und b) Verwendung der International Sign im Umgang mit tauben Migrantinnen und Migranten in Deutschland. Dolmetschen vom Teleprompter Immer mehr taube Dolmetscherinnen und Dolmetscher werden in Fernsehsendungen und bei der Erstellung von Gebärdenvideos eingesetzt. Mittels eines Teleprompters werden schriftsprachliche Texte in die Deutsche Gebärdensprache, Gebärdensprache eines anderes Landes oder International Sign vor der laufenden Kamera simultan übersetzt. In diesem Modul werden die Dolmetsch- und Übersetzungstechniken angeeignet. |
| Lehr- und Lernformen
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Wechsel von Präsenzsstudienzeit in Form von jeweils zwei Wochenendseminare (Freitag und Samstag oder Samstag und Sonntag) pro Modul und ca. doppelt soviel Selbststudienzeit (Vor- und Nachbereitung) pro Modul.
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| Veranstaltungsorganisation
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Das weiterbildende Studium ist berufsbegleitend organisiert. Es umfasst sechs (6) Module. Ein Modul besteht jeweils aus zwei Wochenendseminaren. Pro Modul stehen maximal 15 Plätze zur Verfügung. Die Seminartage (s. dazu die jeweiligen Termine) sind entweder jeweils
freitags, 9-17 Uhr und samstags 9-15 Uhr oder samstags, 9-17 Uhr und sonntags, 9-15 Uhr |
| Bewerbungsfrist
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Bewerbungsschluss ist der 10.12.2009. Bewerberinnen und Bewerber werden über die Ergebnisse der Zulassung bis zum 20.12.2009 schriftlich informiert. Nach Maßgabe freier Plätze ist eine Bewerbung nach dem 10.12.2009 möglich.
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| Teilnahmevoraussetzungen
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Die Grundvoraussetzungen zur Aufnahme sind:
(a) Bewerbungsschreiben (in Form eines Videos in der Deutschen Gebärdensprache im "Quick-Time" Format; Länge ca. 3-4 Minuten an m.adjanor@aww.uni-hamburg.de) (b) abgeschlossenes Hochschulstudium (c) im Fall des fehlenden Nachweises eines Hochschulstudiums findet ein Auswahlgespräch mit Prof. Dr. Rathmann am Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser (nach 10.12.2010). Es kann entweder am IDGS durchgeführt werden oder über iChat erfolgen. (d) eigene Beurteilung/Angaben zur Sprachkompetenz in zwei Arbeitssprachen: (1) Deutsche Gebärdensprache/Gebärdensprache eines anderen Landes oder (2) Deutsche Gebärdensprache/International Signs oder (3) Deutsche Gebärdensprache/Schriftdeutsch. |
| Termine | Modul 1 Gedächtnistraining (Fr/Sa, 22./23.01.10 und Fr/Sa, 19./20.02.10)
Modul 2 Translationswissenschaften (06./07.03.10 und 27./28.03.10) Modul 3 Ethik (Sa/So, 05./06.06.10 und Sa/So 03./04.07.10) Modul 4 Linguistik für Gebärdensprachdolmetscher (2 WE im Herbst 2010) Modul 5 Vom-Blatt Übersetzen (2 WE im Herbst 2010) Modul 6 Simultandolmetschen (2 WE im Winter 2010/11) Im Anschluss an diese Grundqualifikation ist die Möglichkeit gegeben, in einem der Aufbaumodule eine vertiefende Profilqualifikation zu erwerben: Modul 7 International Signs (2 WE im Frühjahr 2011) Modul 8 Dolmetschen vom Teleprompter (2 WE im Frühjahr 2011) |
| Aufwand/
Leistungspunkte
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Pro Modul werden 3 Leistungspunkte nach dem Europäischen Credit Transfer System (ECTS) vergeben, sie beschreiben den Gesamtarbeitsaufwand. Der Arbeitsaufwand ist pro Modul wie folgt berechnet: 1/3 Präsenzzeit (ca. 28 Unterrichtsstunden) plus 2/3 Selbststudienzeit (Vor- und Nachbereitung).
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| Kosten
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Die Teilnahme pro Modul kostet 300 Euro.
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| Abschluss
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Die regelmäßige Teilnahme (mindestens 90%) und Anfertigung eigener Arbeiten (Referat, Prüfung oder kurze Hausarbeit) sind fester Bestandteil eines Moduls und Voraussetzung für den Erhalt des Semesterzertifikates der Universität Hamburg. Ohne Anfertigung eigener Arbeiten, aber bei regelmäßiger Teilnahme (mindestens 90%) wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.
Absolventinnen und Absolventen können sich nach erfolgreichem Abschluss aller sechs Module für die staatliche Prüfung zur Gebärdensprachdolmetscherin/zum Gebärdensprachdolmetscher in Darmstadt (Amt für Lehrerbildung) anmelden. |
| Curriculum und Lehre
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■ Prof. Dr. Christian Rathmann, IDGS, Universität Hamburg
■ Andrea Schaffers, IDGS, Universität Hamburg ■ Simone Scholl, IDGS, Universität Hamburg |
| Veranstaltungsort
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Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser (IDGS), Universität Hamburg, Rothenbaumchaussee |
| Kontakt
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Prof. Dr. Christian Rathmann (christian.rathmann@uni-hamburg.de)
Andrea Schaffers (andrea.schaffers@sign-lang.uni-hamburg.de) Simone Scholl (simone.scholl@sign-lang.uni-hamburg.de) |
| Anmeldung | Die Bewerbungsmaterialien sind bis zum 10. Dezember 2009 zu senden an die folgende Adresse:
Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Hamburg Frau Marlis Adjanor Vogt-Kölln-Straße 30, Haus E 22527 Hamburg E-Mail: m.adjanor@aww.uni-hamburg.de |