Interesse an wissenschaftlichen Fragen eint Generationen
An der Universität Hamburg studieren Jüngere und Ältere gemeinsam
Interview mit Professor Dr. Joachim MolthagenProfessor Dr. Joachim Molthagen ist seit 1981 Professor an der Universität Hamburg. Er hält auch nach seiner Emeritierung Vorlesungen im Bereich Alte Geschichte. An der Veranstaltung nehmen neben 60 Regelstudierenden auch fast 150 Seniorstudierende teil, die an der Universität Hamburg ein
„Kontaktstudium für ältere Erwachsene“ absolvieren.
Frage: Was halten Sie von dem Konzept des gemeinsamen Studierens von Kontakt- und Regelstudierenden?Prof. Dr. Molthagen: Das gemeinsame Studieren bietet eine wertvolle Möglichkeit der Begegnung der verschiedenen Generationen – im gemeinsamen Interesse an der Sache. Deshalb habe ich während meiner aktiven Dienstzeit meine Vorlesungen gerne für das Kontaktstudium für ältere Erwachsene geöffnet.
Frage: Wie unterscheiden sich die Studienbedürfnisse jüngerer und älterer Studierender?Prof. Dr. Molthagen: Sicher gibt es hinsichtlich der Interessen und Erwartungen unterschiedliche Akzente, aber gravierende oder gar hinderliche Unterschiede habe ich nicht festgestellt. Das Bedürfnis nach fundierter Information ist in ähnlicher Weise vorhanden, und alle Altersgruppen sind durchaus bereit, sich in die Arbeit mit Quellen und in die Kontroversen der wissenschaftlichen Diskussion hinein nehmen zu lassen.
Frage: Unterstützt ein Studium ein gesundes Altern?Prof. Dr. Molthagen: Ob die Beschäftigung mit wissenschaftlichen Fragen gesundheitsfördernd ist, wage ich nicht zu entscheiden. Dass sie behilflich ist für ein aktives Altern, scheint mir für Menschen zuzutreffen, die offen sind für den Umgang mit wissenschaftlichen Fragen und die Interesse für das von ihnen gewählte Fach mitbringen. So erlebe ich es auch bei mir selbst.
Frage: Herr Professor Molthagen, was bewegt Sie persönlich, nach Ihrer Emeritierung weiterhin Vorlesungen zu halten?Prof. Dr. Molthagen: Einerseits ist es die Freude an meinem Fach, der Geschichte des griechisch-römischen Altertums, und an meinem bevorzugten Arbeitsgebiet, der Geschichte des vorkonstantinischen Christentums. Zum anderen habe ich mich immer besonders in der Lehre engagiert und möchte dies im begrenzten Rahmen gerne weiter tun.
Frage: Haben Sie schon konkrete Pläne für die kommenden Semester?Prof. Dr. Molthagen: Inhaltlich möchte ich weiterhin an Fragen der römischen Geschichte arbeiten, insbesondere zur Lage der Christen im römischen Reich. Außerdem möchte ich mich mit der biblischen Theologie des Alten und Neuen Testaments auseinandersetzen. Einladungen zu Vorträgen, Wochenendseminare und kirchliche Aktivitäten bieten dazu vielfältige Anlässe. Für das Kontaktstudium möchte ich Im WS 2011/12 ein profanes Thema anbieten: Den Übergang von der römischen Republik zum Prinzipat unter besonderer Würdigung der unter Augustus begründeten Herrschaftsform.
Die Fragen stellten Magdalene Asbeck und Stefanie Woll.
Nähere Informationen zum Kontaktstudium für ältere Erwachsene an der Universität Hamburg:
Universität Hamburg
Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung
Tel.: 040 / 428 83-2499
E-Mail:
kse@aww.uni-hamburg.dewww.aww.uni-hamburg.de