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Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung (AWW)



Inhalt:

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Das weiterbildende Studium ist berufsbegleitend organisiert und modular aufgebaut.  
Dabei finden drei mögliche Kombinationen der Arbeitssprachen Anwendung: (a) Deutsche Gebärdensprache/Gebärdensprache eines anderen Landes, (b) Deutsche Gebärdensprache/ International Signs und (c) Deutsche Gebärdensprache/Schriftdeutsch.
 

Einführungsmodul
In diesem Modul wird sich allen Themen genähert, die während des weiterbildenden Studiums vertieft werden sollen. Neben vielen administrativen Informationen werden auch wichtige inhaltliche Felder angesprochen. Die Rolle des Dolmetschers und seine unterschiedlichen Einsatzbereiche sowie das Berufsbild des Gebärdensprachdolmetschers und die ihm zur Verfügung stehenden Werkzeuge werden vorgestellt und reflektiert.

Am Ende des Einführungsmodul steht die Eignungsprüfung, in der über die Zulassung der Bewerberinnen und Bewerber entschieden wird. Folgende Aspekte werden in dieser Eignungsprüfung berücksichtigt: (a) sicherer Umgang mit zwei Sprachen, (b) Verständnis des Berufsbilds "Gebärdensprachdolmetschen" und (c) elementare Kenntnisse im Bereich Gebärdensprachdolmetschen (Simultandolmetschen, Konsekutivdolmetschen, Vom-Blatt-Übersetzen, Dolmetschen mittels Teleprompter und Einsatzbereiche der/des Gebärdensprachdolmetscher/in).

Gedächtnistraining
Dolmetschende benötigen in ihrer täglichen Berufspraxis ein ausgezeichnetes Gedächtnis: Kurzzeitgedächtnis und Langzeitgedächtnis. Durch einen kontinuierlichen Wissenszuwachs in möglichst vielen Themenbereichen und der Fähigkeit, gespeichertes Vorwissen im richtigen Moment abzurufen, kann so manche Hürde im Dolmetschprozess überwunden werden.  Dabei spielen folgende Faktoren eine Rolle: Wahrnehmung, Konzentration, Merkfähigkeit, Wortfindung, Formulierung, assoziatives Denken, logisches Denken, Strukturieren, Urteilsfähigkeit, Kreativität und Denkflexibilität.

Translationswissenschaft
Das Modul bietet einen Überblick über die unterschiedlichen Fragestellungen, mit denen sich Translationswissenschaftlerinnen bzw. -wissenschaftler beschäftigen. Im Laufe des Moduls werden wir mit verschiedenen Translationsmodellen arbeiten, die die mentalen Voraussetzungen und den Dolmetschprozess in einem menschlichen Dolmetscher verdeutlichen. Ein fundiertes Wissen über diesen Prozess erleichtert in der späteren praktischen Arbeit die Fehleranalyse und ist die Grundlage einer realistischen Einschätzung der eigenen Dolmetschleistung.

Ethik
Anhand der gültigen Berufs- und Ehrenordnung des Bundesverbandes der Gebärdensprachdolmetscherinnen bzw. -dolmetscher werden wir die Rechte und Pflichten Dolmetschender

a) in dieser Ordnung zunächst einmal identifizieren und b) auf Anwendbarkeit und Auslegung in unterschiedlichsten Dolmetschsituationen überprüfen. Im zweiten Teil beschäftigen wir uns anhand einiger Fallbeispiele mit der (ethischen) Frage, wie taube Dolmetscherinnen bzw. Dolmetscher ihre professionelle Identität in der Taubengemeinschaft präsentieren können.

Linguistik für Gebärdensprachdolmetscher/innen
Das Modul befasst sich mit den Grundlagen der allgemeinen und angewandten Gebärdensprachinguistik für angehende Gebärdensprachdolmetscherinnen und Gebärdensprachdolmetscher. Dabei spielen folgende Aspekte eine Rolle: soziolinguistische Varietäten (Region, Alter und Gender), home signs (Hausgebärden), linguistischer Status von International Sign und Verwendung der ikonischen Eigenschaften und des Gebärdensprachraums.

Vom-Blatt Übersetzen
Dolmetschende, unabhängig in und aus welcher Arbeitssprache sie arbeiten, bedienen sich unterschiedlicher Techniken. Eine dieser Techniken ist die des Vom-Blatt-Übersetzens. Hierbei geht der bzw. die Dolmetschende von einem schriftlich vorliegenden Ausgangstext aus. Dieser Text wird hinsichtlich seines Sinns analysiert und in einer von der Ausgangssprache unterschiedlichen Zielsprache neu formuliert. In unserem Seminar sind Schriftsprachtexte unser Ausgang und Neuformulierung in Deutscher Gebärdensprache, International Signs oder Gebärdensprache eines anderen Landes Gegenstand und Ziel der Bearbeitung.

Simultandolmetschen
Beim Simultandolmetschen handelt es sich um eine Dolmetschtechnik, bei der zwischen der Aufnahme der Ausgangssprache und der Reformulierung in der Zielsprache möglichst wenig Zeit vergehen soll. Es werden den Teilnehmenden gebärdensprachliche Übungsmaterialien aus unterschiedlichen Übersetzungssituationen zur Verfügung gestellt. Verdolmetschung, Analyse und Reflexion der Produkte stehen im Mittelpunkt des Moduls

International Sign
Dieses Modul bietet eine Vertiefung verschiedener Gebärdensprachstrategien in International Sign an. Zu den Strategien gehören unter anderem: a) Auswahl bestimmter Gebärden, b) optimale Nutzung von ikonischen Eigenschaften, c) Gebärdensprachraumnutzung und d) "constructed actions" und "constructed dialogues". Die Verwendung von International Sign hängt von verschiedenen Situationen ab. Diesbezüglich stehen zwei Aspekte im Mittelpunkt: a) Verwendung der International Sign auf internationalen Konferenzen und b) Verwendung der International Sign im Umgang mit tauben Migrantinnen und Migranten in Deutschland.

Teamdolmetschen
Normalerweise arbeiten Dolmetscher in Teams von zwei oder mehr Dolmetschern. In diesem Modul werden die unterschiedlichen Möglichkeiten des Teamdolmetschens erprobt: gemeinsame Vorbereitung eines Einsatzes; Arbeiten mit einer "Kopie" des Ausgangstextes; Arbeiten mit einer Übersetzung eines hörenden Kollegen (feeding interpreting); allgemeine Hilfestellungen Zahlen, Namen, dem Einsatz visueller Materialien usw.

Dolmetschen vom Teleprompter  
Immer mehr taube Dolmetscherinnen und Dolmetscher werden in Fernsehsendungen und bei der Erstellung von Gebärdenvideos eingesetzt. Mittels eines Teleprompters werden schriftsprachliche Texte in die Deutsche Gebärdensprache, Gebärdensprache eines anderes Landes oder International Sign vor der laufenden Kamera simultan übersetzt.  In diesem Modul werden die Dolmetsch- und Übersetzungstechniken angeeignet.

 

Seiteninfo: Impressum  | Kontakt | Browserinfo | Letzte Aktualisierung am 13. Dez. 2011 durch e.eichelkraut
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